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Besuch um Polizeipräsidium Bochum

Sichtung von Altbeständen des Polizeipräsidiums Bochum

Nachdem Anfang Mai die Leitungskonferenz des Polizeipräsidiums Bochum die Ausstellung „Unrechtsort – Das Polizeigefängnis in Herne 1933 – 1945“ im Herner Kulturzentrum (verlängert bis zum 15.06.2022) besucht hatte, luden der Polizeipräsident Jörg Lukat und die Leiterin des Leitungsstabes Polizeidirektorin Nina Fischer die Historiker Ralf Piorr und Flemming Menges in das Polizeipräsidium Bochum ein, um einen Einblick in kürzlich entdeckte Altbestände zu erhalten, die demnächst dem Landesarchiv übergeben werden sollen.

Nach einer Führung durch das Gebäude des Polizeipräsidiums Bochum, das gemeinsam mit dem Herner Polizeiamt am 31. Mai 1929 in einer Doppeleinweihung eröffnet wurde und in seiner architektonischen Gestaltung vergleichbar dem Herner Polizeiamt ein neues republikanisches Polizeiverständnis zum Ausdruck bringen sollte, erfolgte dann die Sichtung des Altbestandes. Die Dokumente und Publikationen gewährten sowohl Einblicke in die Geschichte der Polizei Bochum als auch in die Entwicklungsgeschichte der Kriminologie und polizeilicher Methoden allgemein.

Wir bedanken uns bei der Leiterin des Leitungsstabes des Polizeipräsidiums Bochum Nina Fischer und dem Polizeipräsidenten Jörg Lukat für Ihre Unterstützung.

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Bochumer Polizeiführung besucht Ausstellung in Herne

Gemeinsames Ziel ist ein ständiger Lern- und Gedenkort

Sich kritisch mit der Vergangenheit der eigenen Institution befassen und Lehren für die Gegenwart daraus ziehen, ist für den Bochumer Polizeipräsidenten Jörg Lukat eine stets aktuelle Aufgabe. Daher verwundert es nicht, dass er am vergangenen Freitag (06.05.22) mit den Direktionsleitern der Fachrichtungen Verkehr, Schutzpolizei, Kriminalpolizei und Verwaltung die Ausstellung „Unrechtsort – Das Polizeigefängnis in Herne 1933 – 1945“ im VHS-Foyer im Kulturzentrum besuchte. Begleitet wurde er zudem von der Gleichstellungsbeauftragten, dem Personalrat und dem Extremismusbeauftragten der Bochumer Polizei.

Rolf Dymel, Vorsitzender des Förderkreises Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne verdeutlichte in seiner Begrüßung die Zielsetzung der bürgerschaftlichen Initiative, an dem authentischen Ort eine Stätte für aktives Erinnern zu errichten. Natürlich könne die Ausstellung im VHS-Foyer nur eine begrenzte Auswahl wichtiger Dokumente und Exponate präsentieren, betonte Rolf Dymel, doch auch diese sollte Anstöße für eine weitere Beschäftigung mit dem NS-Terror in unserer Stadt geben. Nachdem Polizeipräsident Jörg Lukat die Bedeutung dieser kritischen Aufarbeitung für die Festigung der demokratischen Grundausrichtung der Polizei unterstrichen und auf entsprechende Aktivitäten seiner Behörde verwiesen hatte, erläuterte der Historiker Ralf Piorr Aufbau und Inhalte der Ausstellung. Die leitenden Polizeibeamten sicherten, nicht zuletzt beindruckt von der Ausstellung, ihre Bereitschaft zur weiteren Kooperation im Rahmen des noch zu schaffenden Lern- und Erinnerungsortes zu. Auch könnten nach dem Ablauf der Ausstellung möglicherweise einige Teile in der Herner Polizeiinspektion weiterhin ausgestellt werden.

Ausstelungsbesucherinnen und Besucher seitens der Polizei

Polizeipräsident Jörg Lukat

LRD Dirk Konze (Leiter ZA)

LPD Michael Bauermann (Leiter GE)

LKD Ralf Gromann (Leiter K)

PDin Nina Fischer (Leiterin Leitungsstab)

POR Felix Horn (Leiter PI Herne)

PHKin Barbara Riecke (Gleichstellungsbeauftragte)

EPHK Martin Simon (Personalrat)

KHK Marc Thönes (Extremismusbeauftragter)

Teilnehmer des Trägervereins „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“

Rolf Dymel

Norbert Arndt

Ralf Piorr

Flemming Menges

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Ausstellung „Unrechtsort. Das Polizeigefängnis in Herne 1933-1945“ eröffnet

Die Ausstellung ist vom 7. April bis zum 31. Mai im Foyer des Kulturzentrums Herne zu sehen

Am Donnerstag, dem 7. April 2022, war es soweit: Nach langem durch die Corona-Pandemie bedingtem Aufschub wurde im Kulturzentrum die Ausstellung „Unrechtsort. Das Polizeigefängnis Herne 1933-1945“ feierlich und unter großem Andrang eröffnet. Das Ziel der Ausstellung ist es, auf das Polizeigefängnis aufmerksam zu machen. Dieser authentische Ort könnte zu einem Erinnerungs- und Lernort für die lokale Spurensuche nach der NS-Zeit in Herne, für historisch-politische Bildung und demokratisches Handeln werden.

Konzipiert wurde die Ausstellung durch den Förderkreis Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V. unter der Leitung des Historikers Ralf Piorr. Die Ausstellung soll ein erstes Schlaglicht auf die Herner Polizei und das Polizeigefängnis im Nationalsozialismus werfen und damit einen Ausblick auf den geplanten Lern- und Gedenkort im Polizeigefängnis Herne geben. Mit mehreren Texttafeln, Kurzbiographien von Opfern und Tätern, Fotos und anderen Exponaten thematisiert die Ausstellung die Funktion der Polizei im Nationalsozialismus unter besonderer Hervorhebung der lokalen Aspekte.

Cordula Galla vom Bündnis Herne führte als Moderatorin durch den Abend. In ihren eröffnenden Worten betonte sie die Bedeutung, die der Lern- und Gedenkort Polizeigefängnis Herne für die historisch-politische Bildung vor Ort hat und unterstrich die zivilgesellschaftliche Unterstützung für die Initiative. Neben zahlreichen interessierten Hernerinnen und Hernern waren auch der Polizeipräsident von Bochum Jörg Lukat und der Leiter der Herner Schutzpolizeidirektion Jörg Horn gekommen, um an der Eröffnung teilzunehmen.

Dass die Ausstellung bereits im Vorfeld der Eröffnung auf großes öffentliches Interesse gestoßen war, betonte die Leiterin der VHS Herne, Heike Bandholz, in ihrer Rede: In den Kursen der VHS sei die Ausstellung bereits jetzt Gesprächsthema, in den Tagen vor der Eröffnung hätten bereits etliche Bürger und Bürgerinnen den Aufbau der Ausstellung aufmerksam verfolgt. Der Ort der Ausstellung im Foyer des Kulturzentrum sei also gut gewählt an der Schnittstelle von VHS, Stadtarchiv und Stadtbibliothek.

Cordula Galla vom Bündnis Herne, Foto: Norbert Arndt, DGB-Geschichtswerkstatt
Polizeipräsident Jörg Lukas, Oberbürgermeister Frank Dudda, Rolf Dymel (v.l.n.r.), Foto: Norbert Arndt, DGB-Geschichtswerkstatt

Im Anschluss sprach der Vorsitzende des Fördervereins Mahn- und Gedenkort Polizeigefängnis Herne e.V., Rolf Dymel. Er zeichnete in seiner Rede die Entwicklung der Initiative, die aus der DGB-Geschichtswerkstatt erwachsen ist, nach. Die Recherchen der Geschichtswerkstatt zu in Herne verstorbenen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen hätten überhaupt erst das Polizeigefängnis in den Blick geraten gelassen, da in den Todesurkunden als letzte Wohnadresse häufig „Adolf-Hitler-Platz 3“ eingetragen war – die Adresse des Polizeigefängnisses. Im Herner Polizeigefängnis, so führte er weiter aus, seien Widerständler aus der Arbeiterbewegung, Oppositionelle aus den christlichen Kirchen, Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma sowie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter widrigsten Bedingungen inhaftiert und dort misshandelt wurden. Viele von ihnen wurden von hier aus in Straf- und Konzentrationslager gebracht. Daran zu erinnern sei eine Aufgabe für die Stadtgesellschaft. Daher freute er sich, dass nun nachdem die Corona-Pandemie die Eröffnung der Ausstellung lange verzögert hatte diese endlich stattfinden konnte. Vor diesem Hintergrund dankte er den Unterstützerinnen und Unterstützern des Fördervereins sowie dem Rat der Stadt Herne für seine politische Unterstützung, Oberbürgermeister Frank Dudda, MdL Serdar Yüksel, der sich im Petitionsausschuss des Landtages für die Initiative eingesetzt hat, der VHS Herne für die Kooperation und dem gesamten Team des Stadtarchivs Herne und des Emschertal-Museums für seine Mitarbeit bei der Vorbereitung der Ausstellung.

Frank Dudda unterstrich seine Unterstützung für die Initiative in seiner Rede. Darüberhinaus betonte er die Bedeutung des Polizeiamtsgebäudes als authentischem Ort für die historisch-politische Bildung. Er beglückwünschte die Verantwortlichen zu einer gelungenen und anschaulichen Ausstellung. Nochmals unterstrich er die Unterstützung der Stadt Herne für die Initiative zum Aufbau eines Mahn- und Gedenkortes im Polizeigefängnis Herne. Insbesondere zeigte er sich optimistisch, dass der Kauf mit dem Pianofabrikanten Jan Thürmer, der sich bereits positiv hinsichtlich der Initiative geäußert hatte, bald erfolgreich abgeschlossen werden könnte. Auch dankte er den Mitwirkenden und Unterstützerinnen und Unterstützern.

Musikalisch begleitete Christian Donovan den Abend. Seine Auftritte zwischen den Redebeiträgen untergliederten die Veranstaltung. Mit thematisch ausgewählten Liedern bezog er sich inhaltlich auf die Ausstellung und ergänzte diese. Etwa mit dem Song Prisoner 562 über Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der als politischer Häftling im KZ die Häftlingsnummer 562 trug und schließlich an den Folgen von Misshandlungen und Folter 1938 verstarb. Und dem Lied „Die Moorsoldaten“, das bereits 1933 in einem Konzentrationslager im Emsland, in welchen bspw. auch der Herner Otto Kuhn (KPD) interniert war, von den Häftlingen geschrieben wurde. 

Christian Donovan singt Prisoner 562, Foto: Norbert Arndt, DGB-Geschichtswerkstatt

Flemming Menges, Foto: Norbert Arndt, DGB-Geschichtswerkstatt

Abschließend führte Flemming Menges mit einem Vortrag zur Geschichte der Polizei in Herne durch die Ausstellung. Er erläuterte die Konzeption der Ausstellung und einzelne Exponate. Ausgehend von den Polizeireformen der Weimarer Republik, deren baulicher Ausdruck eben auch das Polizeiamtsgebäude in Herne war, fragte er in seinem Vortrag danach, wie aus der demokratischen Polizei der Weimarer Republik ein Terrorinstrument der Nationalsozialisten werden konnte – wie sie zum „Fußvolk der Endlösung“ wurde. Er zeichnete den Radikalisierungsprozess nach, der in der Beteiligung der Ordnungspolizei am systematischen Massenmord mündete. Dabei arbeitete er anhand konkreter Beispiele und Biographien lokale Spezifika heraus. Seinen Vortrag schloss er mit einem Ausblick auf die Entnazifizierung der Polizei und die folgende justizielle Aufarbeitung.

Die Ausstellung kann noch bis zum 31. Mai Foyer des Kulturzentrums Herne besichtigt werden (Montag – Freitag: 10.00 – 18.00 Uhr; Samstag: 10.00 – 13.00 Uhr). Der Förderverein bietet auch Gruppenführungen an. Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich gerne an: info@erinnerungsort-herne.de

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier herunterladen.

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Polizeigebäude verkauft – Eigentümer plant Ort für Kultur und Wissenschaft

Nachdem der Rat der Stadt Herne dem Verkauf zugestimmt hat, wird Jan Thümer neuer Eigentümer des Polizeiamtsgebäudes. Der Verkauf erfolgte unter der Zusage, dass der Zellentrakt als Lern- und Gedenkort erhalten bleiben soll. So sagte Thümer gegenüber der WAZ: „Ich habe dem Oberbürgermeister meine Zusage übermittelt, dass ich den Verbleib der Gedenkstätte begrüßen würde. Schließlich soll es doch ein offenes Haus für die Bürgerinnen und Bürger werden, wo Zukunft und Vergangenheit eine Heimat erhalten.“

Weiterhin plant Jan Thümer, der Inhaber einer Pianomanufaktur, die Räumlichkeiten des Polizeiamtsgebäudes für Kultur und Musik zu nutzen.

Den WAZ-Artikel über den Verkauf und das Nutzungskonzept können Sie hier nachlesen:

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„Partnerschaft für Demokratie“ unterstützt Initiative

Die Herner „Partnerschaft für Demokratie“ unterstützt die Initiative zur Gründung eines Lern- und Gedenkortes im Polizeigefängnis Herne. In Ihrer Stellungnahme begründen sie dies mit der Bedeutung, die der Lernort für die Demokratieförderung und Extremismusprävention hat und fordern daher, „dass das Polizeigefängnis als Lernort für historisch politische Bildung und demokratisches Handeln erhalten bleibt!“

Die ganz Stellungnahme könne Sie hier nachlesen:

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Stadtrat spricht sich für die Einrichtung eines Erinnerungsortes aus

Einstimmig hat der Rat der Stadt Herne in seiner letzten Sitzung am Dienstag, den 14.12.21, seine Unterstützung für unsere Initiative ausgesprochen, im Zellengebäude des Polizeiamts an der Bebelstraße einen ständigen historischen Lern- und Erinnerungsort einzurichten.

Die Resolution wurde gemeinsam von SPD un CDU eingebracht. Darin betonen die Kooperationspartner, dass die Einrichtung des Erinnerungsortes „zu einem Orientierungspunkt des kulturellen Gedächtnisses der Stadt werden, weil das Polizeigefängnis ein besonderes Symbol für die in unserer Stadt geplanten und begangenen Verbrechen während der NS-Diktatur ist. Zugleich könnte in Zusammenarbeit mit den Herner Schulen hier ein Ort für historisch-politisches Lernen entstehen.“

Darüber hinaus sei das Projekt für die Entwicklung der Innenstadt und der Region bedeutend. Weswegen die Parteien das Vorgehen des Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) kritisierten, der das Gebäude vor Kurzem „ohne einen Hinweis auf die Einrichtung und Erhaltung eines Lern- und Erinnerungsorts Polizeigefängnis Herne zum Verkauf ausgeschrieben hat.“

Neben dem Stadtrat erfährt das Projekt breite Unterstützung aus der Stadtgesellschaft: Zu den Unterstützer:innen zählen die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne- Hattingen, die Islamische Gemeinde Röhlinghausen, der Evangelischen Kirchenkreis Herne, das Dekanat Emschertal, die Arbeiterwohlfahrt Herne, der DGB Stadtverband Herne und viele engagierte Bürger:innen.

Folgend die Resolution des Rates zum nachlesen:

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Unterschriftenaktion gestartet

Seit Mai 2019 verfolgen Herner Bürger und Bürgerinnen das Ziel, das ehemalige Polizeigefängnis in der Innenstadt als ständigen Lern- und Gedenkort zu nutzen. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur war dieses Gefängnis ein Ort extremer Gewaltanwendung. Hier waren Widerständler aus der Arbeiterbewegung, Oppositionelle aus den christlichen Kirchen, Zeugen Jehovas, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter widrigsten Bedingungen inhaftiert und wurden misshandelt. Für viele von ihnen wurde es zu einem Durchgangslager für denTransport in „Arbeitserziehungslager“,Zuchthäuser, Konzentrationslager oder zu Hinrichtungsstätten in der näheren Umge- bung. An diesem authentischen Ort der NS-Gewaltherrschaft in unserer Stadt soll zukünftig ein Raum für die kritische Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte des NS-Regimes eingerichtet und erhalten wer- den.

Dieses wichtige Projekt ist jetzt aber in hohem Maße gefährdet, denn der Gebäudeeigentümer, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hat dieses Gebäude, aus dem die Polizei im kommenden Jahr ausziehen wird, aktuell zum Verkauf ausgeschrieben – ohne Hinweis auf die Initiative für den Lern- und Erinnerungsort Polizeigefängnis.

Unterstützen auch Sie das Vorhaben mit Ihrer Unterschrift!

Erstunterzeichner*innen:

Rolf Dymel (Vorsitzender des Förderkreises Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e. V.) -Norbert J. Walter (Pfarrer) – Aleksander Chraga (Geschäftsführer Jüdische Gemeinde Bochum- Herne-Hattingen K.d.ö.R) – Claudia Reifenberger (Superintendentin des Evangelischen Kirchen- kreises Herne) – Ludger Plümpe (Dechant des Dekanates Emschertal) – Tuncay Nazik (Islamische Gemeinde Röhlinghausen) – Heinz Drenseck (Stadtdirektor i.R.) – Frank Sichau (Pfarrer und NRW- MdL i.R) – Arnd Röbbelen (Pfarrer) – Norbert Arndt (DGB-Geschichtswerkstatt) – Peter Holtgreve(DGB-Stadtverbandsvorsitzender) – Dietrich Lütgens (Direktor des Amtsgerichts Herne i.R.) – Heide Kohlenbach – Josef Kohlenbach – Peter Gawron – Stefan Marx (Geschäftsführer DGB Region Ruhr-Mark Geschäftsführer) – Dr. Ralf Feldmann (Richter am Amtsgericht Bochum a.D.) – Doris Brauner – Marietta Gawron (AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte) – Günter Varney (Gesellschaft für Hei- matkunde Wanne-Eickel) – Thorsten Kuligga (AWO Kreisverband Herne) – Holger Schulze- Engemann (Direktor des Amtsgerichts Herne-Wanne i.R.)

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„Mein Licht gegen das Vergessen“

Gedenkveranstaltung am Dienstag, den 9. November 2021 am Herner Shoah-Mahnmal (Kulturzentrum) und in der Nähe des Polizeipräsidiums

Im Bündnis wollen die DGB-Geschichtswerkstatt, das Unterrichtsfach „Kohlengräberland“ der Erich-Fried- Gesamtschule, das Projekt „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, der Förderverein „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“ und das „Bündnis Herne“ in diesem Jahr wieder der NS-Opfer gedenken und an die Gräueltaten in der Reichspogromnacht 1938 in Herne und Wanne-Eickel erinnern. Einen besonderen Stellenwert hat in diesem Jahr der gemeinsame Einsatz für einen Lern- und Gedenkort im Zellentrakt des ehemaligen Polizeigefängnisses im Hof des aktuell zum Verkauf stehenden Herner Polizeipräsidiums.

Zum Hintergrund:
Vor 83 Jahren brannten auch in Herne und Wanne-Eickel die Synagogen, wurden Menschen mit jüdischem Glauben erniedrigt, ausgeraubt, verfolgt, gequält und ermordet. Auch der mehr als 400 jüdischen Mitbürger, über 1.700 ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, zahlreichen politischen und religiösen Nazi-Gegner, Sinti und Roma, Behinderten, Emigranten sollen nicht vergessen werden.

Zellentrakt des Polizeigefängnisses muss Lern- und Gedenkort werden

Viele Naziopfer waren von 1933 bis 1945 im ehemaligen Polizeigefängnis Herne inhaftiert und wurden von hier auf Transport in Zuchthäuser und Konzentrationslager geschickt. Insofern wollen die Veranstalter die diesjährige Manifestation auch als Unterstützung für die Forderung nach der Einrichtung eines ständigen Lern- und Gedenkortes im ehemaligen Polizeigefängnis verstanden wissen. Herne braucht einen historischen Ort, wo aktives Erinnern an die Nazi-Barbarei mit dem heutigen Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbunden wird. Dafür bietet sich das nahezu im Originalzustand erhaltene, ehemalige Polizeigefängnis, wie kein anderes Gebäude an.

Erinnern mit Einsatz für Demokratie und Menschenwürde verbinden

Auch heute gibt es wieder Besorgnis erregenden Juden- und Ausländerhass, wie aktuelle Ereignisse gezeigt haben. Am 2. Juni 2019 wurde in Wolfhagen der Kasseler Regierungs- präsident Walter Lübcke wegen seiner Bemühungen für Asylsuchende umgebracht, am 9. Oktober brachte ein Attentäter zwei Menschen um, weil sein Terroranschlag auf die Synagoge in Halle gescheitert war. Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau 9 Bürger mit Migrationshintergrund bei einem rechten Terroranschlag ermordet.

Seit 2019 sind rechte Straftaten um 15% gestiegen. In diesem Zeitraum gab es 43.6471 rechtsextreme Straftaten, 1.948 davon waren Gewalttaten wie Körperverletzungen oder Brandstiftungen. An jedem Tag gab es 3 rechtsextremistische Gewalttaten, denen Menschen zum Opfer fielen. Sympathien für rechtsextreme, nationalistische, rassistische und antisemitische Bewegungen werden in der Öffentlichkeit mehr und mehr offen zur Schau gestellt, und Hass und Hetze in sozialen Netzwerken und bei rechtspopulistischen Aufmärschen sind an der Tagesordnung.

„Wir möchten Mitschüler*innen, Eltern, Freunde und Lehrer*innen einladen, uns auch in diesem Jahr wieder bei der Gedenkfeier zu begleiten, um ein persönliches Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen.“ sagen die Initiatoren, Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule.

Zum Ablauf der Veranstaltung: Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Shoah-Mahnmal (Willi-Pohlmann-Platz, hinter dem Kulturzentrum / Stadtbücherei). Hier werden – nach einer Schweigeminute – Rosen für die jüdischen Opfer unserer Stadt abgelegt. / Um 10.15 Uhr Schweigemarsch, am Rathausplatz vorbei über die Freiligrathstr. zum Mahnmal an der Bebelstraße (gegenüber der Herner Post). / Gegen 10.30 Uhr folgt die Kranzniederlegung am Mahnmal an der Bebelstraße unweit des ehemaligen Polizeigefängnisses zu Ehren der Opfer des Nazi-Terrors
Es sprechen Schüler*innen des Kohlengräberland-Projekts der EFG und Rolf Dymel vom Förderkreis „Mahn- u. Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V.“ / (Veranstaltungsende: ca. 11.00 Uhr )

Zur Teilnahme rufen auf:
Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule, Kohlengräberland-Projekt, Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Herner DGB-Geschichtswerkstatt, Förderkreis „Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne e.V“ , Bündnis Herne

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Pressespiegel: Polizeiamt soll verkauft werden

Das Land NRW will das Polizeiamtsgebäude in Herne verkaufen. Daran gibt es viel Kritik aus der Stadtgesellschaft, nicht zuletzt, weil damit der historische Erinnerungsort gefährdet wird. Der Pressespiegel:

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Prälat Heinrich Moll erinnert an christliche Opfer der NS-Herrschaft in Herne

In einem Schreiben vom 03. Mai 2021 an den Vorsitzenden des Förderkreises erinnert Prälat Prof. Dr. Helmut Moll als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz an die mit der Stadt Herne verbundenen christlichen Gewaltopfer. Er nennt beispielhaft den Bäckermeister Josef Quinke, der nach seiner Inhaftierung in Herne ins KZ Sachsenhausen eingeliefert wurde, wo er am 16. Dezember 1942 verstarb. Auch der Jesuitenpater Dr. Albert Maring wurde im Jahre 1941 in Herne inhaftiert, weil er Exerzitien gegeben hatte. Von hier ging sein Leidensweg in das KZ Dachau, wo er am 8. April 1943 starb. Der Paderborner Diözesanpriester Dr. Dr. Robert Quiskamp, der als Kaplan in der Herz-Jesu-Pfarrei in Wanne-Nord tätig war, wurde ebenfalls inhaftiert und starb am 29. Juli 1943. Der in Herne-Baukau geborene Herz-Jesu-Missionar P. Peter Drozniak kam im März 1945 bei einem Gefangenentransport im Ural ums Leben. Der Direktor der Höheren Landwirtschaftsschule in Lüdinghausen, Dr. Josef Kleinsorge, der früher als Oberlehrer am Realgymnasium in Wanne unterrichtete, starb als Gegner der NS-Ideologie am 12. Januar 1945 im KZ Dachau. Magdalena Jahn, die 1934/1935 mit ihrer elterlichen Familie nach Herne gezogen war, kam im Mai 1945 als Sr. M.Paschalis Jahn gewaltsam zu Tode. Prälat Helmut Moll bittet darum, diese mit Herne verbundenen christlichen Gewaltopfer vor dem Vergessen zu bewahren.